Im Konzert: TURBOLOCH & ZU HAUSER

Bei der Tharandter Rockmusik-Kapelle TURBOLOCH ist der Name Programm. So ist die am Rande des Oster-Z-Gebirges beheimatete Band prädestiniert für Vorband-Slots bei Stomgitarrenkonzerten aller Couleur, überzeugt insbesondere bei höherer Drehzahl drei Bier aufwärts. Der Opel Sprinter ihres Trommelpferds bringt sie zuverlässig an jedes Ziel und sie machen Terminmusik in aller Herren Länder. In seinen Texten verarbeitet der berüchtigte Internet-hater Stiehlow die steilen Abgründe mit Hang zur Tristesse aus dem Alltag des sächsichen Forststädtchens und wird dabei von seinen schlechtbezahlten Mitmusikern stiehlecht begleitet.

Die Dresdner Formation ZU HAUSER spielt in klassischer Powerrock-Besetzung einen eher unklassischen Genremix aus Indie, Punk, sphärischen Postrock-Elementen, Stoner-Anleihen und ein paar Metal-Versatzstücken. All das garniert mit Texten, die irgendwo zwischen Reduktion, mantrenhafter Wiederholung, Spitzfindigkeit und einem Spritzer Poesie existieren - schräg, eingängig, intensiv interpretiert. Trotz aller Artistik ist die Musik von ZU HAUSER dabei nicht artifiziell; reizt zwar das klassische Songformat bis fast zum Zerreißen aus, bleibt ihm aber dennoch stets treu. Musik, die viel Gewohntes hat und trotzdem manchmal wie aus einer anderen Klangdimension herüberzuklingen scheint. Irgendwie aus der Ferne und doch hier zu Hauser. Die vielleicht passendste Schublade für diesen energetischen, rauen, schillernden Klangteppich der vier Dresdner und des einen Leipzigers ist die, wo da steht: Indie-Art-Punk.

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